Bericht von der Suite "Generations"

Die Uraufführung der Suite „Generations“ am 4. Mai 2018 im Rahmen des Jubiläumskonzertes „300 Jahre Silbermann-Orgel“ in der Jakobikirche Freiberg ist jetzt auf Youtube verfügbar.

Suite für 2 Trompeten, Klarinette/Saxophon und Orgel
Mit: Dietrich Wagler und Albrecht Koch (Orgel), Ingolf Barth und Richard Weiß (Trompeten), Anja Bachmann (Klarinette & Saxophon).
Komponisten: Christian Rheber, Andy Miles, Michael Fuchs, Jens Grötzschel, Hans-Peter Preu.

Suite "Generations" auf Youtube


Willkommen in der Jakobikirche Freiberg

Auf dieser Seite finden Sie zahlreiche Informationen zur Jakobikirche in Freiberg (Sachsen) mit ihrer 300jährigen Silbermann-Orgel.

Alles zur Ev.-Luth. Jakobi-Christophorus-Kirchgemeinde Freiberg finden Sie hier:

www.jakobi-christophorus.de

Orgelsanierung im Jubiläumsjahr

Am 4. Februar 2018 konnte unsere Silbermann-Orgel in der Jakobikirche anlässlich ihres 300. Geburtstages nach der gründlichen Überarbeitung wieder feierlich in den Dienst genommen werden. Es war ein würdiger Höhepunkt voller Dankbarkeit und Freude. Wir haben ein wunderbares Instrument in unserer Kirche, das wir zur Freude vieler Menschen und zum Lob Gottes nutzen können.

Unser ehemaliger Kantor Matthias Assmann fand nur lobende und begeisterte Worte: „Ich habe das Instrument schon immer geliebt, aber jetzt liebe ich es noch mehr. Alle Schwachstellen sind ausgeräumt. Herrlich, herrlich, herrlich …“

Die Orgel wurde im Vorfeld der Feierlichkeiten ohne Beanstandung vom Gutachter abgenommen. Wir sind dankbar für die hervorragende Arbeit der Orgelbaufirma Ekkehart Groß und die angenehme Zusammenarbeit. Die Rechnungen sind inzwischen bezahlt. Ein riesengroßes Dankeschön an alle Spender, von denen die meisten Gemeindeglieder sind.

Der Vorsitzende unseres Vereins zur Erhaltung der Jakobikirche, Gerd Norzinski, resümiert: „Wir konnten ein würdiges, gelungenes und inhaltsreiches Orgel-Wiedereinweihungsfest in unserer Jakobikirche feiern. Die reparierte 300-jährige Silbermannorgel erfreute die vielen Gemeindeglieder, Gäste und Freunde. Ich danke all den Spendern für die Mitfinanzierung dieser großen Maßnahme und all denen, die an der Organisation und Ausgestaltung des schönen Festes mitgewirkt haben.“

Unsere Kirchenvorstandsvorsitzende, Veronika Günther, zitiert dankbar Worte von Johann Gottfried Herder, die den Verein auf einer Grußkarte mit Spende erreicht haben:
„Orgeln sind Wunderbaue, Tempel von Gottes Hand beseelt, Nachklänge des Schöpfungsliedes!“
Nun freuen wir uns jeden Sonntag an unserer Orgel und sind gespannt auf einige Höhepunkte im Jubiläumsjahr.
Pfr. Daniel Liebscher

Pressestimmen

Freie Presse vom 04.06.2018

Orgelmusik trifft Bergbau  

Freie Presse vom 21.04.2018

Eine Suite - extra für die Orgel  

Freie Presse vom 05.02.2018

Kirchgemeinde feiert ihre Königin

Freie Presse vom 20.12.2017

Eine echte Kaiserin

Freie Presse vom 20.12.2017

Derzeit eine Werkstatt

Freie Presse vom 01.03.2017

Orgel wird ausgebaut

Freie Presse vom 06.03.2017

Orgelabschied

Freie Presse vom 02.12.2015

Orgel braucht eine Kur





Deutsch Herzlich willkommen

Englisch A warm welcome

Französisch Bienvenues

Russisch Мы рады

St. Jakobi

Sie befinden sich in der „neuen“ St. Jakobikirche, die von 1890- 1892 vom Baumeister Thomas Quentin erbaut wurde. Im Stil der Neogotik hat er damit eine dreischiffige Hallenkirche errichtet. Der aufstrebende 57m hohe Turm ist für Besucher, die aus Richtung Dresden kommen, das Tor zum historischen Freiberg. Der Kircheninnenraum wird von den schlanken Formen der Neu-Gotik bestimmt. Die Rippen und Bögen sind aus roten Ziegeln gemauert. Das Mittelschiff überspannt ein Kreuzrippengewölbe, das auf Pfeilern ruht, dessen Kapitelle mit stilisiertem Blattwerk verziert sind. Die Rankenmalerei im Gewölbe ist der ursprünglichen Intention des Baumeisters und seiner Zeit nachempfunden. Sie konnte im Zuge der Generalsanierung des Innenraumes im Jahre 2010 wieder aufgebracht werden, nachdem alle Farben durch vorherige Übermalungen mehrfach weiß übertüncht worden waren.

Die Malerei trägt wesentlich zur Lebendigkeit und Schönheit des Kirchenraumes bei und soll mit den individuell gestalteten Blüten an das himmlische Paradies erinnern und die Sehnsucht danach wach halten. Von fast allen 400 bis 500 Sitzplätzen (mit Bestuhlung) hat man einen ungehinderten Blick in den Altarraum.

Die alte St. Jakobikirche war die älteste Kirche der Stadt, erbaut um 1160 auf dem Gelände Talstr. / Ecke Pfarrgasse. Als Kirche des Dorfes Christiansdorf, mit dem die Besiedlung Freibergs begann, existierte sie also bereits vor Gründung der Stadt Freiberg. Nachdem im Jahre 1887 erheblicher Sanierungsbedarf festgestellt wurde und die Stadt Freiberg das Grundstück für einen Schulbau nutzen wollte, wurde die neue Jakobikirche an ihrem heutigen Standort errichtet. Dieser allerdings ist Altbergbau-Gelände. (Diagonal verläuft der Schacht „Methusalem Stehender“). Dadurch bedingt ergaben sich Senkungen im Baugrund, die in den Jahren 2001 / 2002 eine grundlegende Sanierung des Untergrundes erforderlich machten. Alle wesentlichen Ausstattungsstücke stammen aus der alten Jakobikirche.


Der Altar

Werfen Sie zuerst einen Blick auf den Altar. Er ist eine Holzschnitzarbeit der Künstler Bernhard Dietrich und Sebastian Grösgen aus dem Jahre 1610 (Übergang von der Renaissance zum Barock). Gestiftet wurde er vom sächsischen Kurfürsten Christian II. und Kurfürstin Hedwig von Dänemark – deshalb das kursächsische und das dänische Stifterwappen. Der Altar zeichnet sich durch seinen dreigeschossigen Aufbau und das reiche Schnitzwerk aus, dessen figürliche Darstellung von außerordentlich hoher Qualität ist.

Predella, der Sockel über dem Altartisch, zeigt die Einsetzung des Abendmahls, der Mittelteil die Kreuzigung und der obere Aufbau die Grablegung Jesu. Gekrönt wird der Altar von der Figur des auferstandenen Herrn Jesus Christus. Als Überwinder des Todes und der Hölle und als Herr, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, steht er auf der Weltkugel, den linken Fuß auf einem Totenschädel ruhend und die Siegesfahne in der Hand.

Dass damit das Wesentliche des Evangeliums, der guten Nachricht von Jesus Christus, gesagt ist, verdeutlichen die Figuren der vier Evangelisten (Matthäus, Markus, Lukas und Johannes), die den Altar flankieren.


Der Taufstein

Der Taufstein auf der linken Seite ist ein Kunstwerk aus Sandstein, das der Dresdner Bildhauer Hans Walther im Jahre 1555 geschaffen hat. Es ist als älteste Kostbarkeit der Kirche ebenfalls eine kursächsisch-dänische Stiftung, wie die Stifterwappen im Relief erkennen lassen (Kurfürst August I. und Kurfürstin Anna von Dänemark).

Die Reliefs zeigen in sehr lebendig gestalteter Weise den Durchzug des Volkes Israel durch das Schilfmeer und damit die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten, während die ägyptischen Verfolger ertrinken. Das ist ein Sinnbild der Taufe: durch’s Wasser hindurch sind wir gerettet.


Die Kanzel

Auf der rechten Seite befindet sich die Kanzel, die ebenfalls aus Sandstein ist und 1564 vermutlich vom Freiberger Ratssteinmetz Andreas Lorenz geschaffen wurde. Das Kreuz Jesu teilt das Relief in zwei Bildhälften, von denen die linke die Verkündigung der Gebote Gottes durch Mose auf dem Berg Sinai darstellt und die rechte die Verkündigung des Evangeliums in der Bergpredigt Jesu. So wird deutlich: wahres Leben gibt es nur, wenn zum Gesetz Gottes seine Gnade hinzukommt; zu den Geboten Gottes der Glaube an Jesus Christus.


Die Silbermannorgel

Die Jakobikirche hat eine von 4 Silbermannorgeln der Stadt Freiberg, die mit zwei Manualen und 20 Stimmen eine Orgel mittlerer Größe und mit dem Baujahr 1716 ein Frühwerk Gottfried Silbermanns ist. Der Orgelprospekt, vom Ratszimmerer Elias Lindner 1718 geschaffen, trägt das sächsische und das Freiberger Wappen. Auch wenn noch andere Instrumente im Gottesdienst der Gemeinde erklingen, ist die Orgel weiterhin das meistgenutzte Musikinstrument in der Kirche.

Am 4. Februar 2018 konnte die Silbermann-Orgel in der Jakobikirche anlässlich ihres 300. Geburtstages nach der gründlichen Überarbeitung wieder feierlich in den Dienst genommen werden.

Anlässlich des Jubiläums ist die CD "Orgel-Improvisationen" erschienen. Matthias J. Aßmann hat 13 Stücke an der Gottfried-Silbermann-Orgel in der Jakobikirche Freiberg eingespielt. Die CD ist über Pfarrer Daniel Liebscher erhältlich: 03731 696814

Vier Orgel-Kostproben

von Matthias J. Aßmann


Das Portal

Vielleicht werfen Sie beim Weggehen noch einen Blick von außen auf das Eingangsportal mit den biblischen Figuren Paulus und Jakobus auf der einen und Maria und Marta auf der anderen Seite (Künstler: Peter Pöppelmann, Dresden). Die Figuren stehen jeweils beispielhaft für die Aussage, dass Glauben und Handeln untrennbar zusammen gehören. Jakobus, der Namensgeber der Kirche, gilt auch als Pilger- und Wegepatron für alle Menschen, die unterwegs sind.

Der Pelikan, der über der Kirchentür dargestellt ist, steht für die ausopferungsvolle Liebe Gottes zu den Menschen, die im Leiden und Sterben von Jesus Christus am Kreuz ihren stärksten Ausdruck findet. (Dem Pelikan wurde zugeschrieben, dass er sein Leben opfert, um seinen Nachwuchs in Not zu ernähren.)


Die Glocken

Die Jakobikirche wurde 1890 bis 1892 erbaut. Die romanische Vorgängerkirche war baufällig und nach einiger Diskussion in den 80er Jahren des 19.Jh. über zu treffende Maßnahmen wurde deren Abriss und ein Neubau beschlossen. Was mit diesen Glocken geschah, ist nicht bekannt. Verschiedene Ausschnitte aus dem Freiberger Anzeiger und Tageblatt schildern ausführlich die Grundsteinlegung der neuen Jakobikirche 1890, das Richtfest des Turmes 1891 und schließlich die Einweihungsfeier der neuen Kirche im Jahre 1892. Die Jakobigemeinde durfte in den Jahren 1887 - 1892 ihre Gottesdienste in der Nikolaikirche feiern. Im Jahre 1892 erhält die Jakobikirche auch drei neue Bronze-Glocken in den Tönen H, Dis und Fis:

  • Die große Glocke: 45 Zentner, Inschrift: Ehre sei Gott in der Höhe!
  • Die mittlere Glocke: 23 Zentner, Inschrift: Friede auf Erden!
  • Die kleine Glocke: 13 Zentner: Inschrift: Den Menschen ein Wohlgefallen!

Die Glockenweihe fand am 27. Januar 1892 statt. Vom feinen Kulturgeschmack jener Zeit zeugt auch das musikalische Programm der Nachfeier der Jakobiglockenweihe: Außer Schillers Lied von der Glocke mit Musik von K. Stör wurde u.a. die As-Dur Polonaise von Chopin auf einem Bechstein-Flügel dargeboten. Diese Nachfeier muss großen Anklang gefunden haben, finden sich doch viele positive Kritiken hierüber in den alten Unterlagen.

Während der beiden Weltkriege wurden im Zuge der Metallknappheit auch Kirchenglocken beschlagnahmt. So erhält die Jakobigemeinde 1917 die Aufforderung, die beiden kleineren Glocken abzugeben. Es finden sich Einsprüche der Gemeinde von 1918 gegen diesen Erlass, die offenbar Erfolg zeigen: Die Jakobikirche darf ihre drei Glocken behalten.

Weniger Glück hat die Kirche leider im Jahre 1940. In einer Liste an den Herrn Landesdenkmalpfleger müssen die Glocken der Jakobi- Kirche angegeben werden mit dem Hinweis, dass bisher keine Glocken der Jakobigemeinde abgegeben worden seien. Einige Zeit später folgt eine Anordnung zur Glockenabnahme wegen Beschlagnahmung der Bronzeglocken. Hier wird die Abnahme der großen und der mittleren Glocke gefordert. Dass dies auch wirklich geschah, belegt eine Bescheinigung über deren Abnahme vom 13. Januar 1942. Darin wird erwähnt, dass die Glocken aus technischen Gründen für die Abnahme zerschlagen wurden und keine Schallplattenaufnahmen vom Klang der Glocken vorher angefertigt worden seien. Ein vertraulicher Runderlass vom 11. Dezember 1941 an die Kirchenvorstände schreibt vor, dass Glockenabnahmefeiern zu unterlassen seien!

Und wie geht die Geschichte weiter? Wie kam die Jakobikirche wieder zu ihren drei Glocken? Auch hier wird man in den Archiven fündig: Am 24. Oktober 1952 wird ein Liefervertrag mit der Gießerei Schilling in Apolda geschlossen zur Lieferung von zwei Glocken:

  • Einer großen Glocke mit einer Masse von 2000 kg, Ton Es
  • Einer kleinere Glocke mit 800 kg, Ton As

Es ist interessant zu lesen, dass die Glocken per Gewicht bezahlt wurden, genau 2 DRM/kg. Die Weihe der neuen Glocken fand am 6. April 1955 statt. Diese Glocken befinden sich auch heute noch auf dem Turm der Jakobikirche.
Bernd Bitnar





Angesichts der Bedeutung der Jakobikirche als Kunst- und Kulturdenkmal als Werk der neugotischen Baukunst, als Bestandteil des historischen Stadtbildes Freibergs und als Mittelpunkt des Gemeindelebens wurde die gemeinnützige Gesellschaft zur Erhaltung der St. Jakobikirche e.V. gegründet.

Vereinszweck ist die Sanierung und Erhaltung der Kirche und der historischen Ausstattungsgegenstände. Im Verein haben sich Menschen aus vielerlei Motiven zusammengeschlossen: dem einen ist die Erhaltung und Verbesserung des Freiberger Stadtbildes wichtig, dem anderen verbindet aus Kindheit oder Jugend vieles mit der Kirche oder der Stadt. Wieder andere wollen einfach ihre Ideen und Kreativität für eine gute Sache einsetzen, andere nehmen Anteil an allem was mit Denkmalschutz in Verbindung steht oder sie möchten einfach unmittelbar am Baugeschehen der nächsten Zeit teilhaben.

Ziel der Baumaßnahmen ist die Erhaltung der historischen Bausubstanz in Verbindung mit einem zukunftsweisenden Nutzungskonzept, damit die Jakobikirche nicht nur als Denkmal erhalten bleibt, sondern auch ein Raum zum Leben mit vielfältigen Aktivitäten entsteht und auch Orgelkonzerte wieder uneingeschränkt genossen werden können.

Was Sie tun können
Wenn Sie das Ansehen des Vereins unterstützen wollen, können Sie vieles tun:

  • Mitglied werden
  • praktisch helfen bei Veranstaltungen, Info-Standbetreuung, Kirchenführungen und Kirchenbewachung
  • die Arbeit durch Spenden unterstützen
  • andere von den anstehenden Arbeiten informieren und für das Anliegen gewinnen

Ist etwas für Sie dabei?

Gesellschaft zur Erhaltung der St. Jakobikirche Freiberg e.V.
Gerd Norzinski (Vorsitzender)
Dresdner Str. 3
09599 Freiberg
03731 247028

Matthias Aßmann (stellv. Vorsitz)
Dieter Kuhnt (stellv. Vorsitz)

Kontakt über Pfarrer Daniel Liebscher:
03731 696814

daniel.liebscher@evlks.de

Spenden für die Jakobikirche

Gesellschaft zur Erhaltung der St. Jakobikirche Freiberg e.V.
Sparkasse Mittelsachsen
IBAN DE70 8705 2000 0190 0232 95
BIC WELADED1FGX
Verwendungszweck: Jakobikirche

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